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"Handy-Nacken" - wie Smartphones der Gesundheit schaden

 

Wenn das Telefon so schwer wird wie ein Zementsack

Wer über Stunden wie festgefroren auf Smartphone oder Tablet blickt, riskiert Verspannungen und eine Überlastung der Halswirbelsäule. Mediziner haben für das Leiden den Begriff Handy-Nacken erfunden.

Orthopäden warnen seit einigen Jahren vor dem Handy-Nacke – einer schmerzhaften Überlastung der Halswirbelsäule, die vor allem exzessive Smartphone- und Tablet-Nutzer gefährdet. Eine Ursache ist die charakteristische Handy-Haltung: Der Hals ist gebogen, der Blick wird nach unten gerichtet. Studien zeigen, dass über 90 Prozent der Handy-Besitzer diese Position einnehmen.

Im Bann der Geräte

Den Nacken für kurze Zeit zu beugen, etwa um E-Mails zu kontrollieren oder einen Chat-Beitrag zu tippen, gilt als unbedenklich. Langfristig gefährlich ist es jedoch, stundenlang in der Handy-Haltung zu verharren. Viele Menschen haben sich das zur Gewohnheit gemacht. Deutsche Smartphone-Besitzer sind täglich im Schnitt 1,6 Stunden mit ihren Geräten online, die unter 30-Jährigen mehr als drei Stunden. Viele lassen sich dabei auch von Spielen fesseln.

Stress für Muskeln, Bänder und Bandscheiben

In der typischen Haltung zieht der geneigte Kopf heftig an Halswirbelsäule, Muskeln und Sehnen. Je weiter er sich Richtung Brustkorb beugt, desto schwerer lastet er. Laut einer Studie des New Yorker Wirbelsäulenchirurgen Kenneth Hansraj muss der Hals statt der etwa fünf Kilogramm Kopfgewicht 13 Kilogramm ertragen, wenn die Halswirbelsäule um etwa 15 Grad vorgebeugt ist. Bei 45 Grad – typisch für Smartphone-Nutzer – zerren mehr als 20 Kilo am Hals, mehr als das Gewicht einer Wasserkiste.

Krampf im Genick

Für die Muskulatur der Halswirbelsäule bedeutet das Schwerstarbeit. Ist sie schlecht trainiert, ermüdet und verkrampft sie nach einiger Zeit und beginnt, wehzutun. Auch die Gelenkkapseln und Bänder der Wirbel können Schmerzen auslösen. Sie werden bei geneigtem Kopf stark gedehnt und dadurch eventuell überlastet.

Beim Tippen auf den Handybildschirmen, etwa beim Schreiben einer Textnachricht, entsteht weiterer Nackenstress. Forscher aus den USA und Taiwan haben nachgemessen, dass Menschen sich auf diese Feinarbeit einstellen, indem sie automatisch und unbewusst ihre Rumpf-, Nacken- und Schultermuskulatur versteifen. Gleichzeitig fangen sie an, flach und schnell zu atmen.

Kopf hoch!

Handy-Nutzer müssen lernen, sich ihre erstarrten Körperpositionen bewusst zu machen, fordern die Wissenschaftler. Nur dann können sie der Verkrampfung und Fehlhaltung gegensteuern.

Eine wirksame Soforthilfe ist, sich zwischendurch immer wieder locker aufzurichten, den Nacken zu strecken und leicht nach hinten zu beugen. Langfristig helfen Ausgleichssport und regelmäßige Nackenübungen. Vor allem aber weniger Zeit am Handy.

Quelle: www.focus.de

 

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